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Pressemeldung 01-09-26

Biodiversität im Zusammenspiel: Neue Professur für Interaktionsökologie und Klima

Die Goethe-Universität Frankfurt und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung bauen ihre gemeinsame Forschung zu den Wechselwirkungen zwischen biologischer Vielfalt und Klima weiter aus: Heute tritt Prof. Dr. Eike Lena Neuschulz die neu eingerichtete Professur für „Interaktionsökologie und Klima“ an. Die Professur wird im Rahmen einer gemeinsamen Berufung von beiden Institutionen getragen.

Insekten, die Pflanzen bestäuben, Vögel, die Samen ausbreiten, oder Pilze, die mit Pflanzenwurzeln interagieren – Wechselwirkungen zwischen Organismen sind ein zentrales Element der Biodiversität. Insbesondere für die Regeneration von Pflanzen spielen sie eine wichtige Rolle. Klimatische Veränderungen und der Wandel der Landnutzung beeinflussen diese Beziehungen jedoch zunehmend.

„Die Wechselbeziehungen in Ökosystemen sind sehr vielschichtig. Wenn wir die Folgen des Klimawandels und des Landnutzungswandels besser verstehen wollen, müssen wir zunächst diese Interaktionen aufschlüsseln und sie im Zusammenspiel mit abiotischen Bedingungen – beispielsweise Temperatur, Niederschlag und Bodenbeschaffenheit – betrachten. Das ist entscheidend, um vorherzusagen, wie Arten auf den Klima- und Landnutzungswandel reagieren, und um Ökosysteme langfristig zu schützen“, erläutert Prof. Dr. Eike Lena Neuschulz.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren und deren Bedeutung für das Funktionieren von Ökosystemen – von alpinen Wäldern über tropische Regenwälder bis hin zu Kulturlandschaften in der Rhein-Main-Region. Neuschulz untersucht beispielsweise, wie Vögel durch Samenausbreitung zur natürlichen Waldverjüngung und zur Wiederherstellung degradierter Wälder beitragen und wie Klima- und Landnutzungswandel diese Prozesse verändern. Methodisch kombiniert die Frankfurter Forscherin ein breites Spektrum: von Feldexperimenten zur Pflanzenregeneration über GPS-Telemetrie zur Erfassung von Samenausbreitungswegen bis hin zu molekularen Ansätzen und der Entwicklung ökologischer Modelle und globaler Meta-analysen.

„Mit der neuen Professur schaffen wir eine wichtige Verbindung zwischen Biodiversitäts- und Klimaforschung. Wer verstehen will, wie Ökosysteme auf den globalen Wandel reagieren und wie zugleich die Biodiversität die Auswirkungen der Erderwärmung mildern kann, muss auch die Beziehungen zwischen ihren Organismen in den Blick nehmen. Die gemeinsame Berufung stärkt die Forschung an beiden Institutionen und trägt dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen nutzbar zu machen“, freut sich Prof. Dr. Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Zur Person

Eike Lena Neuschulz, 1983 in Dannenberg/Elbe geboren, studierte Biologie an der Universität Marburg und promovierte dort 2011 mit der Arbeit „Modified forests are vital for species communities and ecosystem functionality in a heterogeneous South African landscape“. Im Anschluss wechselte sie an das Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt am Main, wo sie zunächst als Postdoktorandin und später als Senior Scientist tätig war. 2023 habilitierte sie sich an der Goethe-Universität Frankfurt. Zum 1. September tritt Neuschulz die neue Professur für „Interaktionsökologie und Klima“ an.

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