pm gretaspinne 12.6.2020
Insgesamt vier Arten aus Madagaskar und benachbarten Inseln konnten der neu beschriebenen und benannten Gattung Thunberga zugeordnet

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Die Greta-Spinne

Neue Spinnengattung zu Ehren Greta Thunbergs beschrieben


Senckenberg-Arachnologe Peter Jäger hat eine neue Spinnengattung auf Madagaskar benannt: Unter dem Namen Thunberga werden nun fünf Arten innerhalb der Riesenkrabbenspinnen zusammengefasst. Der Name soll dabei bewusst an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und ihr Engagement gegen den Klimawandel erinnern. Jäger will damit auf die Bedrohung der madagassischen und globalen Artenvielfalt aufmerksam machen. Die Studie erschien gestern im Fachjournal „Zootaxa“.

Riesenkrabbenspinnen bauen keine Netze, sondern sind als aktive Jäger bekannt. „Schon lange wird ein großer Artenreichtum innerhalb dieser Gruppe vermutet“, erklärt Dr. Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt und fährt fort: „Bislang wurde den afrikanischen Vertretern der Sparassidae aber wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Nun konnte ich dort eine bislang unbekannte Gattung beschreiben“.

Insgesamt vier Arten aus Madagaskar konnte Jäger der – von ihm neu beschriebenen und benannten – Gattung Thunberga zuordnen. Die Vertreter dieser Gruppe unterscheiden sich von anderen Riesenkrabbenspinnen vor allem durch die einzigartige Bezahnung ihrer Kieferklauen (Cheliceren) sowie ihren außergewöhnlich gepunkteten Vorderleib.

Auch eine gänzlich neue Art entdeckte er auf der afrikanischen Insel: Thunberga greta. Bei der Namenswahl hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg den Frankfurter Arachnologen inspiriert: „Ihr Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel ist beeindruckend“, findet Jäger. Im Sommer 2018 streikte die mittlerweile 17-jährige zum ersten Mal vor dem schwedischen Parlament und setzte damit den Grundstein für die Fridays For Future-Bewegung, die mittlerweile in über 100 Ländern vertreten ist. Die Benennung der neuen Spinnengattung soll laut Jäger, der bereits an mehreren Demonstrationen teilgenommen hat, auch ein Weckruf sein, damit die Forderungen der Protestierenden vonseiten der Politik und Wirtschaft gehört werden: „Die steigenden Temperaturen beeinflussen alle Bereiche der Natur – die madagassische Endemitenvielfalt und Spinnenfauna eingeschlossen.“

Peter Jäger hat in den letzten 20 Jahren viele neue Spinnenarten beschrieben. Thunberga greta ist genau die 400. Art, die er entdeckt hat. Immer wieder macht er mit prominenten Namen auf Probleme aufmerksam, die die Natur unseres Planeten betreffen. Das bekannteste Beispiel war die südostasiatische Riesenkrabbenspinne Heteropoda davidbowie.

Publikation
Jäger, P. (2020) Thunberga gen. nov., a new genus of huntsman spiders from Madagascar (Araneae: Sparassidae: Heteropodinae). Zootaxa, 4790 (2), 245–260. Doi: 10.11646/zootaxa.4790.2.3

pm gretaspinne 12.6.2020

Ein männliches Exemplar der neu entdeckten „Thunberg-Spinne“.
Foto: Rémy Eudeline, Lyon

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Insgesamt vier Arten aus Madagaskar und benachbarten Inseln konnten der neu beschriebenen und benannten Gattung Thunberga zugeordnet werden. Foto: Rémy Eudeline, Lyon

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Thunberga nossibeensis – die Typus- und mit Abstand größte Art der gesamten Gattung.
Foto: Rémy Eudeline, Lyon