App Bodentiere Görlitz museum4punkt0
Senckenberg Görlitz entwickelte derzeit eine App zur Bestimmung von Bodentieren.

Citizen Science – wir sind mit dabei!

Zum alljährlichen Treffen der Citizen-Science-Community lud vom 6.-7. September 2018 das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt ein. Das Forum bietet eine Plattform für Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung von und für Vertreter*innen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Politik zu Fragestellungen der Bürgerforschung in Deutschland.

Auch wir waren mit unseren Kollegen Dr. Peter Decker und Kristin Baber vertreten. Die Beiden erstellen im Rahmen des bundesweiten Projektes „museum4punkt0“ Anwendungen im Bereich der Bürgerwissenschaften. Bis 2020 wird es am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz ein Onlineportal für die heimischen Bodentiere Doppelfüßer, Hundertfüßer und Landasseln entwickelt (Diplopoda, Chilopoda, Oniscidea). Mit der Unterstützung von Bürgerwissenschaftlern werden intuitive, verständliche und laienfreundliche interaktive Bestimmungsschlüssel für PC und Smartphone für die rund 250 Arten entwickelt. Neben allgemeinen Informationen zu den in der Öffentlichkeit wenig bekannten Tiergruppen gibt es noch Steckbriefe zu jeder Art (z.B. Verbreitung, Ökologie, Beschreibung, Bilder). Durch die Möglichkeit Fundmeldungen von Arten mit Begleitinformationen an das Portal zu übermitteln sollen Bürgerinnen und Bürger dazu angeregt werden, aktiv an der Erforschung der Verbreitung, Häufigkeit und Ökologie dieser Bodentiere mitzuwirken und sich selbst an der Wissenschaft zu beteiligen. (Weitere Informationen bei peter.decker@senckenberg.de)

Ein zweites Projekt widmet sich der Digitalisierung von Fotoalben. In den privaten Fotoalben der letzten 100 Jahre liegen wertvolle Informationen für unterschiedlichste Wissensgebiete verborgen. Unser Schwerpunkt liegt auf den Veränderungen der Landschaft; Bildmaterial dazu existiert nur verstreut und wurde bisher wenig erschlossen. Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz beginnt deshalb mit dem Aufbau einer Fotoplattform, um Umweltveränderungen wie das Abschmelzen von Gletschern, den Rückgang von Wäldern, die Bewirtschaftung von Agrarökosystemen oder die Zerschneidung der Landschaft Straßen, Eisenbahnlinien usw. im letzten Jahrhundert dokumentieren zu können. Die Mithilfe von Bürgerinnen und Bürgern ist auch hier unerlässlich. Sie sind aufgerufen, Bildmaterial aus ihren privaten Fotosammlungen zur Verfügung zu stellen, um diese wertvollen Zeugen der Zeit nicht in Schubladen verschwinden zu lassen, sondern für zukünftige Generationen und Forschungszwecke zu bewahren. Als geeignetes digitales Format kommt hier zunächst die Digitalmachung per Scan in Frage. Verschiedene Verfahren und Anbieter werden derzeit getestet. (Weitere Informationen bei kristin.baber@senckenberg.de).

Mehr als 40 Projekte und 130 Akteure nahmen an dem bereits 3. Forum teil. Viele Projektvorstellungen, Vorträge und verschiedene Praxisworkshops (z.B. Kommunikationsstrategien für Citizen Science Projekte oder Chancen und Risiken digitaler Citizen Science) füllten die zwei Tage in Frankfurt mit viel Input und Wissensaustausch aus.

Mehr zum Thema „Was ist überhaupt Citizen Science?“ und „Warum Citizen Science?“ unter: www.buergerschaffenwissen.de

Mehr zu den Citizen Science-Projekten der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung unter: www.senckenberg.de/citizenscience