museum4punkt0_Workshop neue Technologien_Juli2017
Der Workshop gab interessante Einblicke, was technisch alles möglich ist.

Senckenberg-Mitarbeiter erproben virtuelle Welten

Moderne digitale Techniken, wie Virtual Reality-Installationen, sollen es dem Museumsbesucher zukünftig ermöglichen, unzugängliche Lebensräume wie den Boden oder die Tiefsee hautnah zu erleben, ausgestorbenen Arten zu begegnen oder in sonst unzugänglichen Museumssammlungen zu stöbern. Dies sind nur einige der Ziele, die am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz im Rahmen des großen Verbundprojektes museum4punkt0 verfolgt werden.

Im Rahmen eines gemeinsamen zweitägigen Workshops mit dem Kölner Unternehmen .hapto GmbH hatten Museumsmitarbeiter*innen am 5. und 6. Juli 2017 die Gelegenheit, sich persönlich vom Potential solcher virtueller Welten zu überzeugen. Rund dreißig Mitarbeitende aus allen Bereichen des Museums, von Studierenden über technisches Personal bis hin zu Forschenden nutzten die Möglichkeit, durch ein virtuelles Museum zu schlendern, eine Ruine hoch über dem Mittelmeer zu besuchen oder eine eingerichtete Wohnung zu besichtigen. Neben dem Erlebnis, die Orte dreidimensional zu erfahren und sich in ihnen bewegen zu können, waren die Teilnehmenden insbesondere von der Möglichkeit beeindruckt, Objekte „anfassen“ und drehen zu können. Für Gänsehaut sorgten beeindruckende Begegnungen mit einer riesigen Vogelspinne und zwei ausgewachsenen Raubsauriern.

Hier nur einige der Meinungen und Eindrücke der Teilnehmenden:

Christiane (39), Wissenschaftlerin
„Cool und beeindruckend. Es war wirklich sehr realitätsnah, ich habe etwas Höhenangst und tatsächlich einen deutlichen Schreck gespürt, als ich in der virtuellen Welt plötzlich in der Höhe stand. Man ist wirklich drin, mehr abgetaucht als ich es vorher dachte. Dadurch, dass man Dinge anfassen und genau betrachten kann, werden sie erfahrbarer. Jennifer (34), Doktorandin Man muss es mal gemacht haben, um die Wirkung zu verstehen. Es ist absolut nicht das Gleiche wie ein 3D-Film oder ein Computerspiel, eben deutlich immersiver. Ich fand es weniger beängstigend als ich es mir vorher vorgestellt hatte.“

Tabea (26), Studentin
„Ich hätte nicht gedacht, dass es so realistisch ist. Ich hab mich bei der animierten Spinne wirklich erschreckt.“

Jens (49), Projektmitarbeiter
„Neben dem eigenen Erleben der virtuellen Realität war es sehr spannend andere Personen bei Ihrem Aufenthalt in dieser Welt zu beobachten. Manche erscheinen sehr kontrolliert und sich langsam vortastend. Andere sind voll in Bewegung, laufen herum, ducken sich, kommentieren und so weiter. Schon wenn man allein sie beobachtet, kann man an ihrem Minenspiel und ihrer Bewegungen erahnen, was in der virtuellen Welt vor sich geht.“

Oyuka (24), Studentin aus der Mongolei
„Die Ausgestaltung der virtuellen Welten mit ihren Objekten und Umgebungen und die Möglichkeit sich in und zwischen den Welten zu bewegen waren beeindruckend. Besonders die Bewegungen der Tiere und die Interaktion mit den Objekten waren faszinierend. Mit Geräuschen wäre es sicher noch überzeugender.“

Carolin (28), Verwaltungsmitarbeiterin
„Ich fand es interessant es mal auszuprobieren, hätte es mir aber spektakulärer vorgestellt. Klar man konnte zwischen den Welten wechseln, sich darin bewegen und Dinge anfassen, aber ich hätte mir noch mehr erwartet.“

Axel (58), Wissenschaftler
„Ich fand es sehr interessant und sehr geeignet für das Museum. Es war auch nicht so, dass Szenen enthalten waren, die emotional belasten, wie z.B. auf den Besucher zustürmende Dinosaurier. Deshalb habe ich auch keine Befürchtungen, dass Besucher bei Nutzung der VR-Installation umfallen werden. Ich finde ein solches Angebot für die Bodenausstellung gut vorstell- und integrierbar.“

Christian (51), Öffentlichkeitsarbeiter
„Super. Die realistische Qualität und besonders die Echtzeitumsetzung ohne Verzögerungen waren sehr beeindruckend.“